Homepage der Gemeinde Mumpf


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Ortsportrait

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Geographisches

Koordinaten: 47° 33’ n. Br. / 7° 55’ ö. L.
Höhe: 287 m. ü. M.
Fläche: 3,13 km2

Die Gemeinde Mumpf liegt am unteren Ende des Fischingertals und grenzt im Nordwesten an die Gemeinde Wallbach, im Westen an die Gemeinde Zeiningen, im Süden an die Gemeinde Zuzgen, im Südosten an die Gemeinde Obermumpf und im Osten an die Gemeinde Stein. Im Norden grenzt Mumpf an die deutsche Stadt Bad Säckingen.

Das Dorf erstreckt sich über eine Länge von fast zwei Kilometern in einem maximal 200 Meter breiten Engpass zwischen dem Rhein und den steil abfallenden Hängen des Tafeljuras. Der alte Dorfkern bildet den östlichen Teil des Siedlungsbandes und befindet sich am Ausgang des Fischingertals. Dieses bildet eine tiefe eingeschnittene Schlucht zwischen der Mumpferfluh (511 m. ü. M.) im Osten und dem Chriesiberg (558 m ü. M.) im Südwesten. Der ganz im Westen gelegene Spitzgraben trennt den Chriesiberg vom Zeinigerberg. Das Siedlungsgebiet ist im Nordwesten fast mit demjenigen von Wallbach zusammengewachsen; an dieser Stelle weitet sich auch die Flussebene etwas aus, da der Rhein hier seine Fliessrichtung von West auf Nord ändert.

Mumpf ist mit den öffentlichen Verkerhsmitteln gut erreichbar. Die Gemeinde ist ein in die länge gezogenes Strassendorf, dessen Struktur sehr stark durch den Raum zwischen dem Ufer des Rheins und dem Jurafuss mit der Mumpferfluh geprägt ist. So führen auf engstem Raum verschiedene Verkehrsträger wie die Nationalstrasse, die Kantonsstrasse sowie die Eisenbahnlinie der SBB durch unser Dorf.

Die Fläche der Gemeinde beträgt 313 ha, wovon 139 ha bewaldet und 68 ha überbaut sind. Der höchste Punkt befindet sich auf 500 Metern am Rand der Chriesiberg-Hochebene, die tiefste Stelle liegt auf 280 Metern am Rhein.

Als Highligt und grosser Anziehungspunkt der Gemeinde ist der Rhein zu betrachten, welcher im Sommer zum Baden oder zu Bootsfahrten einlädt und auch rege benutzt wird. Ein Ausflug auf die Mumpferfluh ist ebenfalls zu empfehlen. Nach einem halbstündigen Aufstieg kann man dort eine schöne Aussicht geniessen und sich mit Speis und Trank für den bevorstehenden Abstieg stärken.



Geschichtliches

Stein- und bronzezeitliche Funde im Dorf, am Spitzgraben und auf Kapf beweisen, dass der Mensch schon vor rund 5000 Jahren in Mumpf hauste. Das Dorf wird im Jahre 1218 erstmals urkundlich als „Mumpher“ erwähnt. Im Habsburger Urbar oder Grundbuch von 1306 wird die Herrschaft „ze Nideren-Muntphein“ aufgezählt und 1338 der Ort als „Mumpfe“ bezeichnet. Diese Namen leiten sich vom lateinisch-romanischen „ad montem ferri“ („beim Eisenberg“) oder evtl. „ad montem ferum“ („beim wilden, d. h. öden Berg“) ab, was auf Gestalt und Farbe des Berges, der Fluh, hinweist. Die Mumpferfluh war während der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts ein wichtiger Beobachtungspunkt an der Nordgrenze des römischen Imperiums. 1535 wurde für Mumpf, damals das „Nidere Mumpf“ genannt, ein spezielles Dorfrecht aufgezeichnet. Daraus geht hervor, dass ein Herr des Steins (Burg) zu Rheinfelden in Mumpf hoch und nieder (hohe und niedere Gerichtsbarkeit) zu gebieten habe. Ursprünglich gehörte das Dorf zum habsburgischen Amt Säckingen, unterstand in österreichischer Zeit dem Amt Möhlinbach und teilte die Geschicke des Fricktals.

Die Kirche von Mumpf entstand spätestens im 9. Jahrhundert als Gründung des Stiftes Säckingen. Landesherren waren die Grafen von Homberg-Tierstein, ab 1232 die Habsburger. Diese verpfändeten nach dem Waldshuterkrieg von 1468 das gesamte Fricktal an Burgund. Als die Burgunder von den Eidgenossen während der Burgunderkriege vernichtend geschlagen worden waren, kam Mumpf 1477 wieder unter österreichische Herrschaft.

Nach der Reichsreform des österreichischen Kaisers Maximilian I. im Jahr 1491 gehörte Mumpf zu Vorderösterreichund lag in der Landschaft Möhlinbach, einer untergeordneten Verwaltungseinheit der Kameralherrschaft Rheinfelden. Der Dreissigjährige Krieg, der zwischen 1633 und 1638 auch im Fricktal wütete, warf das Dorf in seiner wirtschaftlichen Entwicklung zurück. Zweimal wurde das Dorf von durchmarschierenden Truppen der Schweden geplündert. Auch während des Pfälzer Erbfolgekriegs (1688-1697) zogen fremde Truppen durch die Region.

Im Jahre 1612 brach in Niedermumpf ein bewaffneter Aufstand der Bauern des Fricktals gegen eine von der österreisischen Regierung angeordnete Steuererhöhung aus, der unter dem Namen „Rappenkreig“ Eingang in die Geschichte gefunden hat.
1797 wurde das Fricktal nach dem Frieden von Campo Formio ein französisches Protektorat. Während des Zweiten Weltkrieges verlief hier die Frontlinie zwischen den Armeen Frankreichs und Österreichs. Am 20. Februar 1802 wurde Mumpf eine Gemeinde im Distrikt Rheinfelden des Kantons Fricktal, der sich im August der Helvetischen Republik anschloss. Seit dem 19. Februar 1803 gehört die Gemeinde zum Kanton Aargau.

Während Jahrhunderten lebten die Dorfbewohner von der Landwirtschaft, dem Fischfang und der Flösserei auf dem Rhein. Die Eröffnung der Bözbergeisenbahn am 1. August 1875 änderte vorerst nicht viel daran. Nach dem Bau des Wasserkraftwerks Ryburg-Schwörstadt und dem Aufstauen des Rheins mussten die letzten Fischer und Flösser ihre Tätigkeit aufgeben. Der Schwerpunkt verlagerte sich auf Gewerbe und Dienstleistungen. Zwischen 1970 und 1990 nahm die Bevölkerungszahl um über zehn Prozent ab, seither ist jedoch ein kontinuierliches Wachstum zu verzeichnen.



Kirchliches

Die Pfarrei entstand schon bald nach der Christianisierung des Landes, spätestens im 8. oder 9. Jahrhundert, und zwar als Gründung des Stiftes Säckingen. Die Kirche wurde dem heiligen Martin geweiht. Die Pfarrei umfasste bis zum Jahre 1938 die beiden Dörfer Wallbach und Mumpf. Kurz vor dem zweiten Weltkrieg trennten sich die Gemeinden kirchlich und bildeten seither eigene Kirchgemeinden. Die Kirche St. Martin wurde im Jahre 1957 umgebaut und vergrössert. Etwa zwei Drittel der Einwohner sind heute katholisch, 25 % sind reformiert und der reformierten Kirchgemeinde Stein angeschlossen. Die übrigen 10 % der Dorfbewohner gehören einer anderen Konfession an oder sind konfessionslos.



Bevölkerung

Am 31. Dezember 2008 lebten 1'310 Menschen in Mumpf, der Ausländeranteil betrug 30.9 %. Bei der Volkszählung 2000 waren 49.4 % römisch-katholisch, 22.9 % reformiert und 10.0 % muslimisch; 3.8 % gehörten anderen Glaubensrichtungen an. 87.3 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache, 4.5 % Albanisch, 2.9 % Serbokroatisch, 2.0 % Italienisch, 1.1 % Englisch.



Wirtschaft

Haupterwerbsquellen waren bis ins 19. Jahrhundert hinein die Landwirtschaft, die Fischerei und die Flösserei. Dies hat sich mit dem Wandel der Verkehrsstrukturen stark geändert. Es bestehen heute noch gesunde Handwerks- und Gewerbebetriebe. Der Grossteil der Einwohner und Einwohnerinnen arbeitet aber auswärts in den Chemieunternehmen des Fricktals oder in baselstadtnahen Industriebetrieben. In Mumpf gibt es rund 130 Arbeitsplätze.



Gastronomie

Zur Zeit bestehen in Mumpf mit dem Restaurant "Anker“ sowie der Pizzeria "zur Glocke" zwei Gastronomiebetriebe. Die „Schönegg“ ist seit Jahren nicht im Betrieb. Das Hotel „Sonne“ wurde nach einem Brand im Jahre 1988 abgebrochen. An seiner Stelle befindet sich heute eine Wohnüberbauung. In der „Sonne“ ist die französische Tragödin Elise Rachel geboren, welche von 1821 bis 1858 lebte. Sie war eine Schauspielerin von Weltruhm und ihre Kinder wurden von Napoleon III in den Adelsstand erhoben.



Verkehr

Die wichtige Hauptstrasse zwischen Basel und Zürichverläuft mitten durch das Dorf. Der nächstgelegene Anschlüsse der Autobahn A3befinden sich bei Rheinfelden und Eiken. Am Bahnhof Mumpf, der sich etwa ein Kilometer westlich des Dorfzentrums befindet, hält die Linie S1 der Regio S-Bahn Basel von Mulhouse über Basel nach Frick und Laufenburg. Für die Feinverteilung sorgt die Postautolinie von Möhlin über Mumpf nach Schupfart.



Bildung

An schöner Lage auf dem Kapf steht seit 1970 das neue Schulhaus, in welchem die Primar-, Real- und Sekundarschule untergebracht war. Seit Sommer 2005 wird das Schulhaus nur noch für die Primarschule verwendet, weil für die Real- und Sekundarschule in unmittelbarer Nähe ein neues Oberstufenschulhaus errichtet wurde. Das neue Schulhaus ist ein Gemeinschaftswerk der Gemeinden Schupfart, Obermumpf, Wallbach und Mumpf.


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